HANG LOOSE – SURFCAMP IN PORTUGAL

Bevor es draußen nun immer kälter wird und der Sommer sich allmählich dem Herbst geschlagen gibt, möchte ich euch noch von einer Reise im vorletzten Sommer berichten. Angefixt vom allerersten Surf-Schnupperkurs vor Jahren in San Diego, buchten wir Anfang 2016 eine Woche Surfcamp in Portugal.

Eine ganze Woche im Haus mit vielen fremden Menschen? Das Badezimmer und die Küche mit denjenigen teilen? Den ganzen Tag auf einem Surfbrett verbringen mit der Angst im Hinterkopf sich zu verletzen? Oder gar einem Hai zu begegnen? Aller meiner Zweifel zum Trotz, wagte ich das Experiment und ließ mich auf diese Art der Reise ein. Das dieser Urlaub, der wohl entspannteste und coolste bisher werden würde, hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht geahnt.

just another lemon tree

Unser Trip startete an einem Freitag im Juli 2016 mit dem Flug nach Lissabon, dort gelandet, ging es mit dem Bus etwa 65 Kilometer nördlich in das kleine Dorf Praia da Areia Branca. Der Surfkurs selbst findet immer von Montag bis Freitag statt und die Anreise im Camp erfolgt daher immer erst am Samstag, so verbrachten wir eine Nacht im Hostel „Lemon Tree“. Wir erkundeten erstmals den kleinen Ort mit seiner gemütlichen Strandpromenade, an der sich Restaurants und Bars aneinander reihen, ließen die Seele baumeln und freuten uns auf die anstehende Woche im Surfcamp.

there are good times and then there are good times 

In unmittelbarer Nähe zum Dorf (ca. 5 Kilometer) liegt die Kleinstadt Lourinhã, in welcher das Surfcamp „Drop in“ von Dani und Mac Messerschmidt beheimatet ist. 2008 wanderten die beiden nach Portugal aus und gründeten in Eigenregie das Surfcamp. Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und die kleine Familie hat zwei weitere Camps an der portugiesischen Atlantikküste eröffnet. Als Reisender hat man somit die Möglichkeit zwischen den drei unterschiedlichen Locations – Ressort, Beachhouse oder Beachlodge auszuwählen.

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Wir verbrachten die Surfkurs-Woche in der im Mai 2015 eröffneten Beachlodge – nur 400 Meter vom „Homebeach“ des Camps entfernt. Und was soll ich sagen? Wir kamen an und ich fühlte mich sofort super wohl. Ein großer Garten mit Pool und Beachvolleyballfeld, Skatebowl, Hängematten und Liegestühle. Die Villa ist für maximal 20 Gäste ausgelegt, hat mehreren 2-Bett- und 4-Bett-Zimmer, 5 Bäder und einen großen Gemeinschaftsraum mit Wohnzimmer, Küche und Esszimmer.

Drop In Surfcamp Portugal – Dani und Mac Messerschmidt – www.portugal-surfcamp.de


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Tag 1 und 2 – Wochenende: Anreise und Ankunft im Camp

Am Samstag kamen wir im Camp als erste an und bezogen zunächst einmal unser Zimmer. Wir hatten ein Doppelzimmer gebucht, um in all dem Trubel auch ein wenig Zweisamkeit genießen zu können. Nach und nach trudelten die anderen Gäste ein und wir knüpften die ersten Kontakte zu den anderen. Chillen am Pool, ein bisschen Lesen, in der Hängematte liegen – den Sonntag nutzten wir hauptsächlich, um unsere Kräfte für die kommende Woche zu sammeln.

Tag 3 – Montag: Der Kurs beginnt!

Am ersten offiziellen Tag des Surfkurses, erfolgt zunächst die Materialausgabe, d.h. die Neopren-Anzüge werden verteilt und die Surfbretter zugewiesen. Das Material ist im Preis für den Surfkurs inklusive und kann während des ganzen Aufenthalts genutzt werden. Am Meer angekommen, geht es zunächst einmal um die Basics, also die Theorie beim Wellenreiten. Ganz wichtig: Das Aufwärmen! Nach einer kurzen Übungseinheit im Trockenen, kann es auch schon ab ins kühle Nass gehen. Natürlich nicht gleich in die großen ungebrochenen Wellen, nein, erstmal wird im Weißwasser geübt. Zwischendrin gibt es immer wieder kleine Trockenübungen am Strand, damit der Bewegungsablauf richtig gelernt wird.

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Tag 4 – Dienstag: Es läuft!

Nach einer weiteren vormittäglichen Surfkurs-Einheit am Meer, steht am Abend die Camp-Olympiade an, bei der man in Zweierteams aufgeteilt, sämtliche Disziplinen – Dart, Tischtennis, Beach-Volleyball und Tischkicker – meistern muss. ACHTUNG! – An diesem Abend darf man nur aus einem Glas trinken, wenn dieses auch mit der linken Hand zum Mund geführt wird. Ertappt ein anderer dich beim Verstoß, ruft dieser „Buffalo“ und als Strafe darfst du dein komplettes Getränk austrinken. Total unterhaltsam!

Tag 5 – Mittwoch: Ready for Take Off!

Die Welle hat dich gepackt, du nimmst Fahrt auf, zwei bis drei Paddelschläge mit den Armen, den Oberkörper nach oben drücken und jetzt: hochspringen zum Pop-Up; dabei den Schwerpunkt tief verlagern, um in die richtige Balance zu kommen und einen festen Stand zu haben, Arme in die richtige Haltung gebracht und mit Blick zum Strand die Welle entlang gleiten. Dieser Moment, wenn man zum allerersten Mal die Welle steht, ist nicht in Worte zu fassen.

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Tag 6 – Donnerstag: Täglich ein Bier vor Vier!

Sich jeden Tag wieder auf ein Neues in die Fluten des Meeres zu stürzen, kostet schon enorm viel Kraft und Disziplin, ganz geschweige von den blauen Flecken und der ein oder anderen Schramme. Doch das Heimkommen ins Camp, das Zischen beim Öffnen des Biers und das Entspannen am Pool, schaffen nach einem anstrengenden Tag im Meer doch ein wenig Abhilfe. An diesem Tag haben wir als Schwaben den Kochlöffel in die Hand genommen und für das gesamte Camp Kässpätzle gekocht, der Abend war also ein voller Erfolg.

Tag 7 – Freitag: Das Ende naht!

Das letzte Mal auf das Brett steigen, versuchen alles gelernte der Woche umzusetzen – nochmals die Freiheit und die Ungestümtheit des Ozeans erleben, bis zum nächsten spannenden Surferlebnis!

Tag 8 – Samstag: Lissabon is calling!

Mit dem Eintreffen des Wochenende ist auch schon wieder der Tag des Abschiedes und der Abreise gekommen. Für uns ging es nach dem Camp noch 3 Tage nach Lissabon, was wir dort erlebt haben, erzähle ich euch in einem noch folgenden Blogpost.

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life’s a wave, go and catch it!

Die körperliche Belastung als Laie in Sachen Wellenreiten ist natürlich immens, dennoch stürzt man sich jeden Tag aufs Neue in den stürmischen Ozean, trägt den Kampf mit sich, den Wellen und vor allem dem eigenen Surfbrett aus. Immer um einen herum – das Wasser mit all seiner immensen Wucht und seiner Kälte, denn an der Atlantikküste Portugals ist es sehr frisch, also nichts für Warmduscher.

Nach einer Woche sah es bei Mister K. auf alle Fälle sehr gekonnt aus, ganz abgesehen von meinen Künsten. Ich habe nicht mitgezählt wie oft ich mich dem Ozean geschlagen geben musste und die Wellen mich einfach überspült haben. Dennoch: Für mich persönlich gibt es kaum ein schöneres Gefühl, als auf dem Brett zu sein und von einer Welle mitgenommen zu werden. Der Adrenalinkick, welcher den Körper in diesem Moment durchfährt, ist unbeschreiblich. Die kühle Meeresbrise, das Glücksgefühl nach unzähligen Versuchen auf dem Brett zu stehen und die entspannten Menschen um einen herum tun ihr übriges. Ich war selten nach nur einer Woche Urlaub so entspannt! 

Herzallerliebst, eure Jenny


P.S.: Die Collage zu diesem Beitrag stammt aus meiner Feder. Hierfür habe ich verschiedene Elemente zu einer Grafik zusammengefügt. Diese Art von Designarbeiten bereiten mir enorm viel Freude, da ich mich an keine Norm oder irgendwelche Vorgaben halten muss, sondern wild drauf los gestalten kann. Ihr könnt mich in den Kommentaren ja wissen lassen, wie ihr es findet.

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